Offenes Architekturmagazin zum Thema MF-GIF 2023 auf einem Tisch in einem modernen, hellen Besprechungsraum.

MF-GIF 2023: Was steckt dahinter?

Wie werden Flächen heute einheitlich und transparent berechnet? Und was bedeutet das für Unternehmen? Die neue MF-GIF 2023 bringt klare Standards für die Flächenberechnung und schafft dabei nicht nur Transparenz, sondern auch Flächenpotenziale. Darüber hinaus enthält die Novelle weitere Anpassungen und präzisere Definitionen, die Unternehmen bei der Erfassung und Nutzung ihrer Gebäudeflächen zugutekommen.

Erfahren Sie mehr, wie Sie mit Hilfe der MF-GIF 2023 Flächenpotenziale für Ihren Mietbestand herausholen.

Hintergrund

Die MF-GIF ist eine Mietflächenrichtlinie, die von der gif e.V. (Gesellschaft für immobilienwirtschaftliche Forschung) entwickelt wurde, um die Flächenberechnung gewerblicher Räume einheitlich zu definieren. Eine erste MF-Richtlinie wurde bereits 1996 festgelegt und seitdem mehrfach erneuert und erweitert. Heute bezieht sich die Richtlinie nicht nur auf die Ermittlung von gewerblichen Objekten oder Einzelhandelsflächen, sondern beschäftigt sich seit 2012 auch mit der Berechnung von Wohnraumflächen.

Die Novelle MF-GIF 2023

Im Februar 2023 wurde eine novellierte Form der MF-GIF eingeführt. Dabei wurden die bis dahin wirksamen Richtlinien MF/G (2017), MF/V (2012) und MF/W (2012) in der neuen MF-GIF zusammengefasst. Grund hierfür war, dass eine einheitliche Mietflächenermittlung auch für gemischt genutzte Gebäude, also Objekte die sowohl Gewerbe als auch Wohnen beinhalten, umgesetzt werden sollte. Neben der Zusammenführung enthält die neue Richtlinie präzisere Definitionen für Raumbegrenzungen, darunter raumhohe Vormauerungen, Vorwandinstallationen, Verkleidungen und Bekleidungen oder abgehängte Decken. Der bisherige Bezug zur DIN 277 entfällt – zwar orientiert sich die MF-GIF weiterhin an den Definitionen der DIN 277, sie ist jedoch keine direkte Ableitung mehr, sondern stellt einen eigenständigen Flächenkatalog dar. Zudem stellt die Novelle eine direkte Verbindung zum internationalen Flächenstandard IPMS All Buildings (15.01.2023) durch eine Neudefinition der Innenkante der Außenwand her.

Präziser Flächenplan nach MF-GIF 2023: farbliche Abgrenzung von Mietflächen, Funktionsflächen und Erschließungsbereichen.

Bildinfo | Flächenkennzeichnung nach MF-GIF 2023: farbliche Abgrenzung von Mietflächen, Funktionsflächen und Erschließungsbereichen.

Warum ist eine einheitliche Erfassung der Mietflächen wichtig?

Mietpreise können selbst innerhalb einer Stadt stark schwanken. Aufgrund deutlicher Preisunterschiede ist eine präzise Ermittlung der Mietfläche von zentraler Bedeutung. Schließlich möchte niemand für mehr Fläche zahlen, als tatsächlich vorhanden ist. Gerade in Ballungsgebieten, wo die Mieten weiter steigen, ist eine korrekte Flächenberechnung für Vermieter wie auch für Mieter der Objekte unverzichtbar. Ziel ist es, letztlich mehr Transparenz und Vergleichbarkeit zu ermöglichen und die Gebäude in einem einheitlichen Standard zu erfassen. Auch die Verwaltung, Instandhaltung und Weiterentwicklung von Gebäuden wird dadurch erleichtert.

Welche Vorteile bietet die Nouvelle?

Unsere Projekte zeigen wiederholt, dass sich durch die neue MF-GIF 2023 im Vergleich zu der bisher gültigen Richtlinie auch ohne bauliche Maßnahmen eine Erhöhung der vermietbaren Fläche von zwei bis zu drei Prozent ergeben kann.

Insbesondere bei Büro- und Gewerbeobjekten mit großen Fensterfronten ermöglicht die Berechnung der Flächen nach IPMS All deutliche Flächengewinne. Eine Erfassung nach der neuen Richtlinie kann sich demnach durchaus lohnen und, je nach Gestaltung der Mietverträge, den Mietumsatz erhöhen.

Auch wir bei 1000hands können dabei unterstützen: Unsere Kunden können auf Wunsch bestehende Vermessungsprojekte von uns überprüfen lassen. Oft lässt sich dabei ohne zusätzlichen Aufwand vor Ort eine aktualisierte Flächenberechnung nach der neuen Norm erstellen. Ist dies nicht der Fall, besteht jederzeit die Möglichkeit, ein neues Projekt zu einem individuellen Festpreis zu beauftragen und so von einem höheren Flächenausweis zu profitieren, der unmittelbar in Verträgen eingesetzt werden kann.

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